Vom Winde verweht

 

Vom Winde verweht……
oder eine Novemberwoche in Ägypten

Es begab sich zu der Zeit, als in Deutschland das Wetter immer schlechter wurde und das trübe Grau in Grau des Novembers zwei eifrigen

Taucherinnen zunehmend auf den Geist ging.
So beschlossen sie, dass es so nicht mehr weitergehen könnte, da man das geliebte Hobby ja nun nicht mehr mit dem gleichen Elan wie in den vergangenen Sommermonaten ausüben konnte. Nach kurzer Beratung, erwogen unsere tapferen Taucherinnen, das ferne Land am Niljenseits des großen Wassers zu bereisen. Da Geld und Zeit knapp waren, entschloss man sich zu einen Kurztrip von einer Woche.
Nach Wochen des Planens und der Vorfreude war es dann endlich soweit. Man bestiegt, am Köln Bonner Flughafen das seltsame Gefährt, genannt Flugzeug, das die Reise angenehm verkürzen sollte. Nach etwa 5 Stunden Flug landete man in Hurghada und unsere zwei abenteuerlustigen Taucherinnen machten das erste Mal Bekanntschaft mit der ägyptischen Kultur. Nachdem man ca 1 Stunde braucht, um das Flughafengebäude schließlich zu verlassen , keimte bei einer unserer Taucherinnen allmählich der Verdacht, dass es eventuell keine gute Idee gewesen ist, sich ohne männlich Begleitung in dieses Abenteuer zu stürzen. Aber das Motto des Urlaubs lautet: Erholung um jeden Preis und nur nicht die Nerven verlieren.
Nach kurzer Zeit fanden unsere Heldinnen dann auch Zuflucht in einer märchenhaften Herberge, genannt Jasmin Village Beach Hotel. Schnell stellte sich heraus, dass das Zimmer nicht allzu märchenhaft in unmittelbarer Nähe des hoteleigenen Zoos, (ein Taubenkäfig, und mehrer Affenkäfige, sowie einer Pferdekoppel) lag. Unsere Taucherinnen ließen sich aber von dem unbestechlichen Parfum der Tiere nicht beeindrucken (schließlich kann man als Taucher ja im günstigsten Fall 2.30 min die Luft anhalten), und bezogen ihre Heimstätte für die nächste Woche. Nach einer erfrischenden Dusche (die Armatur war falsch herum eingebaut), begab man sich zu Bett. In aller Frühe, geweckt von einer Mischung aus Tiergeschrei und den Triebwerk einer Boeing 737 im Landeanflug, ging es dann Richtung Tauchbasis und zum langersehnten Hobby zurück.
Zum Erstaunen unsere Heldinnen warteten vor der Basis noch etwa 80 Taucher/innen darauf, dass es losging. Die Formalitäten waren schnell erledigt und man fand sich mit ca. 20 weiteren Tauchbegeisterten auf einem der 10 Boote wieder. Nach dem die ersten Tauchgänge im 26°C warmen Wasser ohne besondere Vorkommnisse abliefen, und die Tage begannen sich in einer netten Eintönigkeit aus Schlafen ,Essen und Tauchen dem Ende zuzuneigen, machte das Wetter leider ein paar nicht so erfreuliche Veränderungen durch. Es blieb zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber ein Wind, der dem in Holland hinterm Deich leicht Konkurrenz machen konnte, ließen die gefühlte Temperatur auf ca. 15 °C fallen. Bei unseren tapferen Taucherinnen stellte sich ein Gefühl von Heimat ein, aber getreu dem Motto des Urlaubs ließ man sich auch hiervon nicht beeindrucken. Als schließlich der letzte Tauchtag angebrochen war, wurden sie schließlich für ihr Durchhaltevermögen belohnt.
Unsere zwei Heldinnen bereiteten sich auf einen Drifttauchgang vor. Zuvor mussten sie sich allerdings gegen die , von Tag zu Tag , stärker werdenden Aufdringlichkeiten der Bootscrew mit deutlichen Mitteln zu Wehr setzen. Nach mehrmaligen Warnungen, die von dem Betreffenden einfach in den Wind geschlagen wurde, platzte einer unserer Taucherinnen schließlich der Kragen (als jemand von der Crew an ihrem Hinterteil rumfummelte) und macht mit dem internationalen Zeichen für Freundschaft (Stinkefinger) und der Androhung einer Ohrfeige die Fronten ein für allemal klar. Der nachfolgende Drifttauchgang wäre für einige Mitglieder des Bootes beinahe nicht gut ausgegangen. Als man sich ins Wasser begab, (natürlich ohne Diveguide, es war ja schließlich kalt) stellte man sehr schnell fest, das der Captain unsere Heldinnen viel weiter als angekündigt vom Drop off abgesetzt hatte. Die Strömung kann aus der völlig falschen Richtung und war zudem noch sehr stark. Mit viel Mühe schafften es unsere Taucherinnen den Drop off und damit den rettenden Strömungsschatten zu erreichen und wurden mit dem Anblick eines Delphins für ca. 6 min in 4 m Entfernung belohnt. Da der Luftvorrat nun rapide zu Ende ging, war der Tauchgang nach ca. 20 min beendet. An Bord wurde man mit verwirrten Gesichtern empfangen, aber nach kurzer Erklärung der Situation breitet sich schnell Sorge um die restlichen Taucher aus. Und tatsächlich schafften es nicht alle gegen die starke Strömung anzuschwimmen und mussten von einem ca. 5 km entfernten Felsen abgeholt werden. Gott sei Dank wurde keiner verletzt.

Fazit: Es war ein netter, aber auch sehr anstrengender Urlaub. Das Hotel ist für einen längeren Aufenthalt nicht geeignet. Die Tauchbasis war bis auf den letzten TG super organisiert und sehr gut ausgerüstet. Leider muss ich sagen , das es sehr anstrengend und teilweise auch sehr frustrierend ist als Frau allein Ägypten Urlaub zu machen.


Mit freudlichem Blubb Blubb
Ina