Gerd Göldner erhält Verdienstorden

Hohe Auszeichnung für den Hattinger Gerd Göldner

11. Mai 2011

 

"In Hattingen sind der Deutsche Unterwasser Club und das 'Ruhr-Cup-Schwimmen' sehr eng mit Ihrem Namen verbunden, über die Stadtgrenzen hinaus stehen Sie bundesweit für Kompetenz und Einsatz, sauberen Sport und Völkerverständigung." Mit diesen Worten überreichte Landrat Dr. Arnim Brux das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Gerd Göldner.

Im Alten Rathaus der Stadt Hattingen erinnerte Brux an den vier Jahrzehnte zurückliegenden Einstieg Göldners in sein ehrenamtliches Engagement. "Nur ein Jahr nach der Vereinsgründung tritt er 1969 in den Deutschen Unterwasser Club Hattingen ein. 1971 übernimmt er bis 1974 den Vorsitz in einem der ältesten Tauchvereine Nordrhein-Westfalens." In dieser Zeit fällt auch der erste Startschuss für das "Ruhr-Cup-Schwimmen", einem sportlichen Evergreen, der vor seiner 39. Auflage steht. Wie vor ihnen 1.500 Starter werden auch in diesem September Schwimmer den 7,1 Kilometer langen Ruhrabschnitt zwischen der neuen Ruhrbrücke und dem ehemaligen Freibad in Bochum-Linden mit Flossen bewältigen.

Ab 1974 widmet sich Göldner verstärkt dem Flossenschwimmen, will "seine" Sportart vor Ort, national und international nach vorne bringen. Im Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) übernimmt er 1976 als Assistent des Bundestrainers sowie als Bundesjugendtrainer schnell besondere Verantwortung. "1978 wird Gerd Göldner Bundestrainer. Bis 1986 ist er dafür verantwortlich, dass die Topaktiven aus der ganzen Bundesrepublik dynamisch, kraftvoll und ästhetisch durch das Wasser gleiten", so der Landrat. Woche für Woche schenkt der heute 72-jährige den Flossenschwimmern 14 Stunden seiner Zeit, Jahr für Jahr bis zu 30 Wochenenden.

Im Laufe der Jahrzehnte kommen und gehen weitere Aufgaben. Göldner ist für die Aus- und Weiterbildung der Trainer verantwortlich, er ist Landestrainer im Tauchsportverband NRW, Dozent an der Sporthochschule in Köln, er engagiert sich im Welttauchsportverband und ist vier Mal bei den World Games der nicht olympischen Sportarten im Einsatz. "Bis heute setzt sich Gerd Göldner insbesondere als Sportwart im Tauschsportverband NRW und als Jugendsportwart im VDST für die Aktiven ein. Als Vorsitzender der Antidopingkommission unterstreicht er seine Auffassung, dass nur ein sauberer sportlicher Erfolg ein echter Erfolg ist. Als Organisator der Treffen zwischen französischen und deutschen Sportlern und Trainern leistet er einen sehr aktiven Beitrag zur Völkerverständigung", nannte Brux Beispiele für den nach wie vor hohen Einsatz des Hattingers. Dafür hatte er bereits 1985 die silberne Ehrennadel des Verbandes Deutscher Sporttaucher erhalten, 2005 folgte die goldene. 2008 gab es den Ehrendiskus der Deutschen Sportjugend.

Bei aller Freude über die in den letzten Jahrzehnten eingefahrenen Erfolge, die positiven Erfahrungen und die aktuelle Auszeichnung, ein Herzenswunsch Göldners bliebt bis heute unerfüllt. "Wie alle Flossenschwimmer würden Sie es nur zu gerne sehen, dass die Wettkämpfe in ihrer Sportart unter den olympischen Ringen stattfinden. Zwar hat das Internationale Olympische Komitee Flossenschwimmen bereits 1986 als olympische Disziplin anerkannt, die Aufnahme ins Programm fehlt aber leider bis heute", schloss Brux seine Laudatio.

Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich verliehen. Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden etwa 240.000 Menschen auf diese Weise für ihre Leistungen gewürdigt. Der Orden verfügt über acht verschiedene Stufen. Als Erstauszeichnung wird im Allgemeinen die Verdienstmedaille oder das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Das Schreiben ist formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Vorgeschlagene wohnt. Die Anregung sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Übrigens: Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen.

 

Landrat Arnim Brux, Gerd Göldner, 1. stv. Bürgermeisterin Margret Melsa. Foto: EN-Kreis