Floßbau an der Ruhr

Floßbau an der Ruhr

Wir schreiben den 28.04.2007, einen Samstag. Schon um 10.00 Uhr morgens haben wir uns mit dem THW am Ufer eines reißenden Flusses mit dem Namen Ruhr getroffen. Die Leute vom THW bautenschon fleißig am Floß, als wir ankamen. Doch auch der DUC fing schnell und begeistert an zu arbeiten. Trotz ein paar Problemen mit den Knoten, die wir uns erklären ließen, kamen wir gut voran. Nach ca.2 Stunden Fleiß und Schweiß war die Tat vollbracht, dass Floß war vollendet.
Doch nun kam eine Hürde, die nur schwer zu bewältigen war. Wir mussten das Floß ja schließlich noch ins Wasser bringen. Wir versuchten also alle gemeinsam das Floß unbeschadet über den 1,5 Meter tiefen Hang in die Ruhr zu tragen.
Jedoch wurde daraus eine große Tragödie, die die Floßfahrt beinahe verhindert hätte. Zwei Fässer lösten sich, und das Floß drohte schon vor dem Start unterzugehen. Doch ein paar mutige Jugendliche schafften es, das Floß in einer halbstündigen Reparatur wieder herzustellen. Nun konnte die Reise unseres Lebens endlich losgehen. Alle gingen an Bord und besetzten ihre Posten. Nachdem wir gestartet waren, hissten wir unter den erstaunten und neidischen Blicken von den Passanten die Flagge des Floßes. Jedoch schon nach kurzer Zeit mussten wir feststellen, dass die Strömung zu schwach war und wir deshalb nur sehr langsam vorankamen. Zum Glück begleiteten uns zwei Schlauchboote mit Motor, die uns bis zur nächsten Probe ziehen konnten. Eine Schleuse. Nun begann wieder die harte Arbeit, wir hievten das Floß aus dem Wasser und schleppten es unter Ächzen und Stöhnen übers Land. Als wir wieder mitsamt dem Floß im Wasser waren, ging die wilde Fahrt weiter. Doch dann !!! Wuummmss!!! Das Floß war gegen einen Eisberg (Fels Unterwasser) gefahren. Drei Besatzungsmitglieder flogen im hohen Bogen ins Wasser und mehrere kippten von der Erschütterung um. Das war aber noch nicht alles, denn kurz darauf folgten riesige Stromschnellen. Hier wurde unsere Ausdauer und Konzentration erst richtig gefordert. Wir kämpften uns weiter, wobei wir jedoch so manchem Fels bedrohlich nahe kamen. Doch auch dies schafften wir. Nach etlichen Stunden anstrengender und kräftezehrender Floßfahrt wurden die Jüngeren und die Ausgepowerten von den Schlauchbooten gerettet und schon mal ans Ziel gebracht. Wir anderen mussten das Floß noch bis zum Ziel bringen. Doch dann, als wir es fast geschafft hatten, schlichen sich ein paar blinde Passagiere an Bord. Wir nahmen sie ein Stück mit, mussten sie aber kurz vor dem Ziel über die Planke (an Land) gehen lassen. Wir, der Rest der Crew, gaben noch einmal Entspurt und rammten unter tosendem Applaus das Festland. Endlich gab es was zu essen und zu trinken. Es war inzwischen abends geworden, und wir waren alle erschöpft und müde, doch nach dem Grillen schafften wir es noch irgendwie das Floß auseinander zubauen und zu verstauen. Nach einer kurzen Verschnaufpause verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg ins gesegnete Land namens Zuhause. Dies war die Geschichte vom Floßbau und der Fahrt unseres Lebens.
(Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Ehrlich!)