Dahab 2009


Die Vereinsfahrt 2009 aus Sicht einer "noch Nicht-Taucherin"

„Was braucht man schon für eine Woche Ägypten?" So nahm sich mein Stapel vor dem Koffer eher klein aus. Als schließlich die ganze Familie mitsamt Tauchklamotten in zweifacher Ausführung und Schnorchel-Gedöns für weitere zwei Personen das Haus verließ,hätte man glauben können, wir wandern aus. Der Start in aller Herrgottsfrühe versetzte mich in einen eher tranceähnlichen Zustand, bis ich endlich - umringt von weiteren 17 Teilnehmern der DUC-Vereinsfahrt und schier unübersichtlichen Bergen Gepäck - in Sharm el Sheikh von ungewohnten Temperaturen wach gerüttelt wurde.
Kaum im Hotel angekommen, dämmerte es mir langsam - Taucher sind irgendwie verrückt. Während mein einziges Ansinnen darin bestand, in meine Shorts zu springen und die wohlige Wärme zu genießen, wird anderenorts wieder geschleppt, geschraubt, sortiert, der erste Tauchgang geplant und vorbereitet und kaum hatte ich am nächsten Morgen meinen Kaffee intus, war die Truppe auch schon auf Achse. "Was die da wohl dran finden", dachte ich noch, bewaffnete mich mit jeepSchnorchel, Maske und Flossen und stattete dem Hausriff meinen ersten Besuch ab. Ich verstand. Korallen und Fische in einer Farbenpracht, die ich bislang nur aus dem gut gesicherten Aquarium kannte. Diesmal hautnah, fast zum Anfassen. Selbst ich - immer noch Nicht-Taucherin - konnte mich nicht satt sehen.

Diese Bilder, eine gehörige Portion Geselligkeit, viel Lachmuskeltraining und das Gefühl auch ohne Flasche dazuzugehören, machten die sieben Tage Dahab zu einem Erlebnis. Ein bißchen verrückt sind die Taucher aber doch. Huschten sie doch tagein, tagaus wie die Astronauten verkleidet, bepackt wie Lastesel gleich mehrfach von Tauchplatz zu Tauchplatz. Doch zugegeben - ein wenig krabbelt es mich ja auch schon, mich im nächsten Jahr dazu zugesellen. Allerdings brauche ich dann einen viel größeren Koffer.

Text: Andrea Bindmann
Fotos: Ralf Thiemann