Tauchen im Teich

Angelockt durch einen Artikel im Sporttaucher beschlossen Julia und ich den Natura Gart-Tauchpark bei Ibbenbühren zu testen.
Anfang Mai machten wir uns bei bestem Wetter auf den Weg ins schöne Münsterland. Die Fahrzeit bis Ibbenbühren lag ca. bei 1h und 15 Min.
Dort hat ein Teichbauer eine 100.000m2 großen Park mit mehreren großen Teichen angelegt. An manchen Wochenenden wird die Anlage von bis zu 3000 Besuchern pro Tag besucht.
Unser Interesse galt jedoch nicht den Zierteichen für Goldfische, sondern dem Unterwasserpark für Taucher auf dem Gelände. Der Teichbauer hat, als PR Aktion geplant, einen Fußballfeld großen Teich angelegt. 7m tief, mit Höhlen, Gängen, Statuen, einem Wrack und Bäumen, kurz, ein Unterwasserlabyrinth.
Zusätzlich wurden in den Tauch-Teich Störe von bis zu 2m Länge eingesetzt.
Direkt zu der Tauchanlage gehört eine Tauchbasis, die mit allem Nötigen ausgestattet ist. Man zieht sich im trockenen Gewächshaus um. Luft und Ausrüstung kann man auch bekommen. Das Duschen kostet 1,-€. Ein Tauchtag in der Woche kostet 25,-€ und am Wochenende 35,-€.
Wir unternahmen 2 Tauchgänge von ca. 70 Min. Dauer. Der Tauchteich hat einen Betonboden, somit bestand nicht die Gefahr Sediment auf zu wirbeln. Jedoch war die Sicht durch Grünalgen so schlecht, dass wir uns teilweise über den Grund vortasten mussten. Trotz einlaminiertem Unterwasserplan und Kompass war die Orientierung sehr schwer. Bei 1m bis max. 3m Sicht sah jeder Abzweig oder Tunnel gleich aus. So tauchten wir durch künstliche Höhlen und Schluchten bis zum Tempelvorplatz. Dort stehen 8 große Katzenstatuen. Der Tempelvorplatz ist auch der Tummelplatz der Störe.
Kurz bevor wir den Tempelplatz erreichten, begegnete uns schon der erste Riesenstör mit einer stattlichen Länge von 1,70m. Bei der schlechten Sicht tauchte er wie aus dem Nichts vor uns auf und kreuzte, nur wenige Zentimeter vor unseren Masken unseren Weg. Es war sehr beeindruckend und sogar etwas unheimlich, wie der große Fisch aus dem Nichts auftauchte und wieder im Trüben verschwand.
Plötzlich spürte ich eine Berührung am Bein und ein 2m Stör quetschte sich zwischen meinen Beinen unter mir hindurch. Uns hatte man bei der Einweisung verboten die Tiere zu berühren. Aber den Stören hat das keiner verboten! Die Störe kuschelten quasi mit uns. Sie stießen gegen unsere Schultern, Beine, Köpfe und lutschten am Schnorchel. Einer hat sogar bei Julia an der Hand gesaugt, weil er dachte er bekäme etwas zu fressen.
Unser Fazit des Tauchausfluges: 25,- bzw. 35,-€ ist zu viel Geld für so schlechte Sicht. Aber das Kuscheln mit den Riesen-Stören war das Geld wert! Mehr Infos unter: www.naturagart-tauchpark.de

Rainer Schäfer