Nikolausschwimmen 2011

 

Foto: Claudia Schütte Es stand in der WAZ:
Ein kleines Feuerwerk steigt am Ruhrufer. Mal knallt es, mal knistert es. Bunte Lichter füllen den dunklen Himmel mit Farbe. Zwölf Personen mit Tauchanzügen steigen aus der Ruhr. Einige schnaufen und ihr Atem steigt empor. Alle haben eine Fackel in der Hand.

Der DUC richtete zum Saisonabschluss wieder sein traditionelles Fackelschwimmen in der Ruhr aus. Die Teilnehmer des spektakulären Ausflugs durch die Dunkelheit waren in diesem Jahr sehr lange unterwegs.
„Eine gute Stunde waren sie im Wasser“, meint Erika Brilo (52), zweite Vorsitzende des DUC. Denn das Wasser ist zurzeit an einigen Stellen teilweise sehr niedrig. So kommen die Fackelschwimmer nicht so schnell voran. An einigen Stellen reichte das Wasser nicht einmal bis zum Bauch und die Wassersportler mussten sich kurzzeitig laufend fortbewegen.
Zum ersten Mal mit der Fackel im Wasser waren Alex Bindmann (15) und Fabio Bisse (14). Beide sind nach dem Ausstieg aus der Ruhr begeistert. „Ich hatte mal Lust darauf und wollte was Neues ausprobieren. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, freut sich Fabio Bisse. Beide haben sich vorher gegenseitig angestachelt teilzunehmen. „Es ist ganz gemütlich sich treiben zu lassen. Ich habe die Arme verschränkt und mich zurück gelehnt“, erzählt Alex Bindmann. Während der Strecke haben sie gegenseitig Witze erzählt und reichlich Spaß gehabt. Die Fackeln zu halten ist nicht schwer, da die Anzüge im Wasser nach oben treiben und das Halten erleichtert wird.
Die Fackeln sind zwischendurch aber ausgegangen. „Es war manchmal ziemlich windig“, sagt Dirk Seefeld (47). Zwei Tauchern ist die Fackel auch ins Wasser gefallen. Ersatzfackeln lagern für diesen Fall auf dem kleinen Floß „Duc-Flo“, das schon über 20 Jahre die vier Kilometer lange Strecke mit schwimmt und weihnachtlich zurechtgemacht ist. Mitglieder des DUC haben das Floß einst selbst für diesen Zweck gebaut.
Zur Not sind auch Lampen an Bord, so dass zu jeder Zeit genug Lichtquellen zur Verfügung stehen. „Man sieht nämlich nicht viel. An manchen Stellen kann ich mich jedoch gut orientieren. Beispielsweise an der Stelle, an der man das Grubenwasser in die Ruhr plätschern hört. Dort müssen wir uns links halten“, weiß Seefeld mittlerweile. Seit 1979 ist er Mitglied beim DUC und ist somit ein erfahrener Fackelschwimmer. Da es diesmal recht windig war, schwappte ihm auf dem letzten Kilometer ab und zu Wasser in den Nacken. „Dadurch habe ich eine kleine Abkühlung bekommen“, schmunzelt Seefeld.
Gefroren hat keiner im Wasser. Die Teilnehmer haben die Auswahl zwischen einem trockenen und einem halbtrockenen Anzug. Der halbtrockene Anzug beinhaltet eine Wasserschicht, die vorher aufgewärmt wurde. Länger als eine Stunde sollten die Fackelschwimmer jedoch nicht im Wasser bleiben.
Dankbar nehmen alle nach dem Feuerwerk warme Getränke entgegen und ziehen die nassen Anzüge aus. In trockener Kleidung ging es anschließend zur Weihnachtsfeier ins Gasthaus Weiss.


Hendrik Steimann