......und Kleopatra lebt doch!!
Das Treidelfest am 22.08.2009 an der Ruhr war das zweite, an dem die „Kleine Haie“ teilnahmen. Diesmal galt es, zwei Bojen bei 180° bzw. 360° Drehung zu umfahren. Die meisten anderen Teams, abgesehen von der „MS Pfingsten“, die geradeaus die Ruhr runtergetrudelt ist, schafften dies mit links. Zu unserem Entsetzen, da unser Floß in der Kategorie „Wendigkeit“ selbst von der Titanic hätte übertroffen werden können. Egal, jetzt mal zum Ablauf des Treidelfestes.
Es begann damit, dass wir uns die Konkurrenz angesehen haben. Und zugegeben, viele der Flöße waren gar nicht mal schlecht, aber immer noch hatten wir natürlich viel Hoffnung, dass wir mit unserer Idee siegen würden. So sah es jedenfalls anfangs aus. Nach stundenlangem Warten auf die Jury, die die Flöße bewertete, wurde es ernst. Wir verzogen uns hinter unseren Pavillon, und während wir uns unsere Kostüme anzogen und von Julia fachmännisch geschminkt wurden, war das Treidelfest schon in vollem Gange. Zuerst sollten wir eigentlich als erste starten, doch da wir vollkommen überrumpelt waren über diese Ansage, hatten die Juroren doch noch Erbarmen mit uns und ließen uns erst später an den Start. Bis dahin dauerte es allerdings sehr lange, und Dutzende von Tanzaufführungen zwischen den Starts verzögerten unseren Auftritt. In unserer ägyptischen Kleidung wurde uns langsam sehr warm und die Anspannung stieg. Mindestens zwei Mal standen wir bereits in den Startlöchern, als Rain
er uns sagte, dass es doch noch fünf Minuten länger dauern würde. So zog sich die Zeit in die Länge, bis endlich unser Startschuss fiel. Mit mir (Kleopatra) auf der Trage liefen Damian, Tobias, Sven und David zum Start, der Rest des Teams lief hinterher. Erst durften wir wieder einige Minuten am Start stehen bleiben (Ich will mir nicht vorstellen, wie sich die Träger gefühlt haben müssen!) bis man uns endlich grünes Licht gab. Felix war komplett in seinem Element: Mit einer Trommel in der Hand rannte er vor uns her und scheuchte hilflose Leute von der Straße herunter. Die ersten 100 Meter wurde ich noch getragen, doch den Rest rannten wir. Nach sagenhaften fünf Minuten waren wir dann endlich im Wasser und es ging abwärts. Anfangs gab es noch Schwierigkeiten mit der Antriebabstimmung, doch das legte sich schnell bei der ersten Boje. Nun gab es eher Steuerungsschwierigkeiten, und wir brauchten geschätzte fünf Minuten um die Boje zu durchstehen. Die Glocke betätigten wir problemlos, was uns sehr freute, doch das Lachen sollte uns bald vergehen: Die 360° Drehung stand bevor! Schwieriger als g
edacht: Durch die extreme Strömung am Rand wurden wir zu schnell und schwammen an der Boje vorbei! Das war’s, das deutete uns auch Rainer vom Rand aus. Resigniert ging’s weiter, die DLRG immer bei uns in der Nähe, doch die hatten wir zum Glück nicht gebraucht. Einmal wäre es aber fast dazu gekommen, denn das Floß hatte sich gefährlich weit zur Seite geneigt und ich auf meiner, bloß mit einer Anti-Rutsch Matte befestigten, Weinkiste, wäre fast... nun gut, nass geworden. Aber auch Tobias hätte fast schwimmen müssen! Glücklicherweise kamen wir trocken bei Tamara und den anderen an, die uns dann aus dem Wasser hieven mussten und mich den Rest bis zum Ziel ziehen mussten. Geschafft! Nach mehr als 20 Minuten waren wir wieder auf dem Trockenen und durften nun mehr als 5 Stunden auf die Preisverleihung warten.
Dann - nach mindestens 4 Litern vergossenem Schweiß und dem sagenumwobenen Sea Battle (Wir waren leider nicht die Sieger...), war es soweit: Die Preisverleihung! Schnelligkeit, der Preis für den Sieger des Sea Battles und Gesamteindruck waren bereits vergeben, doch es gab ja noch Performance! Der Moderator begann zu sprechen und der Sieger war: „Flower Power!“ Enttäuscht wollten wir abziehen, doch der Moderator verbesserte sich und entschuldigte sich für den Fehler und... Wir siegten! Überglücklich rasten wir auf die Bühne und nahmen Urkunden und riesigen Pokal entgegen. Wochenlanges Tüfteln und Werkeln waren also nicht umsonst gewesen!
Hiermit endete das Treidelfest 2009 und wir zogen zufrieden ab.
Valérie Ernenwein (Kleopatra)



